sexta-feira, 18 de setembro de 2020

Abrüstung

 Kann das Wort Abrüstung bedeuten, dass die Regierung eines Landes versucht, alles zu unternehmen, damit so wenige Staatsbürger wie möglich Pistolen haben?

Die heutige Regierung Brasiliens will genau das Gegenteil: Sie will, dass so viele Menschen wie möglich Waffen haben. Das finde ich eine schreckliche Idee.

Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich schon gehört habe, dass der heutige Präsident enge Beziehungen zu der Waffenindustrie hat. Das bezweifle ich nicht. Sicherlich geht es auch um Geld.

Zweitens denke ich, dass es immens gefährlich wäre, wenn viele Menschen Pistolen hätten. Es gibt schon zu viele Verbrecher in Brasilien. Mehr Pistolen wäre auf keinen Fall eine Lösung gegen Gewalt. Genau im Gegenteil! Je mehr Menschen Pistolen haben, desto gefährlicher wird die Gesellschaft. 

Die Lösung liegt nicht darin, es zu vereinfachen, dass mehr Bürger Pistolen haben. Mehr Waffen bedeutet nicht, dass sie sich vor Verbrechern verteidigen können. Was sollen Menschen tun? Sich verhalten, als ob sie in einem "Western" Film sind???

Wenn mehr Menschen Pistolen hätten, wäre es einfacher, andere Menschen zu töten, egal aus welchem Grund. Wenn man sich im Stau mit irgend jemandem streitet und einer von ihnen eine Pistole hat, besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass jemand erschossen wird. Das ist schon passiert. Es gibt Menschen, die die anderen aus dem klitzekleinsten Grund töten.

Außerdem sterben schon zu viele Menschen in Brasilien. Es ist nicht selten, im Fernsehen zu sehen, dass ein Mann seine Frau/ex-Frau/Freundin/Ex-Freundin getötet hat, nur weil sie die Beziehung beendet hat und er es nicht annehmen wollte.

Ich weiß nicht, ob es in Europa üblich ist. Leider passiert es zu oft in Brasilien. Das ist nur ein Beispiel. Nicht nur Frauen, sondern auch viele Schwule, Lesben und Transsexuelle werden getötet. Es gibt auch Menschen, die getötet werden, weil sie reagiert hatten, als sie ausgeraubt worden sind.

Es gibt auch Gewalt von der Polizei gegen armen Menschen in Favelas und an anderen Orten mit armer Bevölkerung. So viele Menschen, die gar keine Schuld an nichts hatten, wurden von der Polizei getötet.

Ich glaube, dass die Lösung für diese Probleme Toleranz, Respekt, Bildung und gleiche Chancen für alle sind. Nicht mehrere Pistolen.

quarta-feira, 16 de setembro de 2020

Jemand schwimmt jetzt in einem Schwimmbad mit kaltem Wasser

 Einmal hat die Firma, bei der ich bis März gearbeitet habe, einen sehr bekannten Schwimmer eingeladen. Also, besser gesagt, sie hat ihn eingestellt, damit er bei uns einen Vortrag hält. Er ist schon seit Langem in Rente gegangen. Jetzt arbeitet er an anderen Dingen, unter anderem hält er Motivationsvorträge. Es war sehr interessant, weil jeder Brasilianer (mindestens in meinem Alter) ihn kennt. Es passiert nicht jeden Tag, die Erfahrungen von einem bekannten Schwimmer persönlich von ihm hören zu können. Etwas, was am bemerkenswertesten für mich war, ist der folgende Satz: Jemand schwimmt jetzt in einem Schwimmbad mit kaltem Wasser.


Was bedeutet das? Kurz gesagt, dass man keine Ausreden benutzen soll, wenn man etwas erreichen will. Er war ein professioneller Schwimmer. Ich kann mich nicht so gut an die Geschichte erinnern, aber es gab Tage, wo kein Schwimmbad mit warmem Wasser verfügbar war. Was sollte er tun? Es ist wesentlich, jeden Tag zu üben, egal, ob das Wasser kalt ist, egal, ob es Winter ist. Wenn jemand nicht schwimmt, also nicht übt, nur weil das Wasser kalt ist, so muss er wissen, dass gleichzeit jemand anders (ein möglicher Konkurrent) an diesem Tag irgendwo anders in einem Schwimmbad mit kaltem Wasser übt. Dieser Unterschied beim Üben kann eine sehr große Rolle spielen, was die Vorbereitung auf einen Wettbewerb angeht.

Diesen Gedanken können wir auch in anderen Situationen benutzen. Zum Beispiel bin ich seit März zu Hause. Ich gehe nicht aus, es sei denn, dass ich einkaufen gehen muss. Ich habe auch meine Mutter zum Arzt begleitet. Ich treffe aber keine Freunde, ich bin an keinen Strand gefahren und ich esse gerade nicht auswärts. Das heißt, ich gehe nicht aus, um draußen Spaß zu haben, weil jetzt keine angemessene Zeit dafür ist. Ja, wegen der Pandemie.

Ich bleibe jeden Tag zu Hause und mein Alltag ist langweilig, weil ich jeden Tag die gleichen Dinge unternehme: Ich esse zu Mittag, Abend und frühstücke, ich lerne Deutsch, ich schaue mir Serien auf Netflix an, ich lese digitale Zeitungen und sehe im Fernsehen Nachrichten über Brasilien und die Welt, ich tausche Nachrichten mit Freunden über unser Alltag u.s.w. aus. Das ist nicht schlecht. Ich bin mir dessen bewusst. Es gibt unfassbar viele Menschen, die weiterarbeiten sollen, auch wenn es gefährlich ist, mit überfluten Bahnen und Bussen zu fahren. Ich habe Glück und ich weiß es. Zu Hause bleiben zu können ist ein Luxus.

Zu wissen, dass es viele Menschen gibt, die viele Schwierigkeiten haben, ist jedoch kein Trost, wenn man sich allein fühlt. Manchmal bin ich nicht so motiviert, weil dieses Leben ganz anders ist als alles, was ich erfahren habe. Ja, das passiert nicht nur mir, sondern allen. Ich weiß es. Nichtsdestotrotz habe ich Höhen und Tiefen gehabt, was meine Motivation zum Lernen betrifft. Das ist normal, aber ich hätte lieber keine solchen Momente, in denen ich auf gar nichts Lust habe. Ich will die ganze Zeit vernünftig verbringen.

Eines Tages wird eine Impfung zur Verfügung stehen und man wird noch einmal alles, was man früher machen konnte, tun können. Dann wird es Zeit, nicht nur zum Pläne schmieden, sondern auch und vor allem zum unternehmen. Wie bereit wird man dann sein? Wie viel wird man sich darauf vorbereitet haben, wenn die Pandemie vorbei ist? Es gibt zu viele Dinge, die wir jetzt nicht machen können, aber wir können uns auf die Zukunft vorbereiten. In meinem Fall kann ich so viel wie möglich Deutsch lernen.

Wenn ich nicht motiviert bin, denke ich an den Satz über das Schwimmbad mit kalten Wasser. Es ist nicht so, als ob ich an einem Wettbewerb der deutschen Sprache teilnehmen würde, aber es geht darum, die Zeit gut zu nutzen. Am Ende des Tages bin ich vielleicht schon in einem Wettbewerb, in dem ich nicht gegen Andere konkurriere, sondern gegen mich selbst. Wie viel besser wird der künftige Vitor sein, wenn man ihn mit dem Vitor aus dem März 2020 vergleicht? Ich will ein außergewöhnlich besserer Vitor sein als der Vitor vor der Pandemie. Ich werde sagen können: Es war eine sehr lange Zeit, aber jetzt kann ich viel besser Deutsch sprechen und verstehen als früher. Mindestens konnte ich etwas Gutes daraus machen!

sábado, 12 de setembro de 2020

Ich bin ausgeraubt worden

Es ist unglaublich, aber mein Fahrrad wurde gestohlen. Das Mieseste ist, dass es in meinem Viertel passiert ist. Wenn es dort bekanntlich gefährlich gewesen wäre, hätte mir jemand sagen können: Ah, aber dort ist es doch gefährlich! Kein Wunder, dass es passiert ist. Das war aber nicht der Fall. Oder schlimmer noch: Mein Viertel ist nicht so sicher, wie ich gedacht habe. Ja, das kann aber tatsächlich stimmen. Nichts ist mir bis heute passiert, aber das bedeutet nicht, dass es hier sicher ist. Wenn man aber in seinem einigen Viertel nicht Rad fahren kann, wo kann man dann fahren?

Zwei Männer kamen auf mich zu und es ist ales sehr schnell gegangen. Ich bin mir nicht sicher, aber es schien, als ob sie betrunken waren oder unter der Einwirkung von Drogen standen. Ich weiß es nicht genau. Einer von ihnen hatte eine Hand in seinem Rucksack, als ob er nach einer Waffe griff.

Vielleicht hatte er auch keine Waffe. Vielleicht bluffte er. Oder vielleicht hatte er eine Waffe. Auch wenn es kein Revolver gewesen wäre, hätte es ein Messer sein können. Oder auch wenn er nichts gehabt hätte, hätten sie mich verletzen können, weil sie zu zweit gewesen waren. Selbst wenn es nur einziger Mann gewesen wäre, hätte ich ohnehin nichts tun sollen.

Es ist immer wichtig, in solchen Situationen nicht zu reagieren. Man kann nie wissen, was passieren kann. In Brasilien passiert es nicht selten, dass Menschen getötet werden, weil sie in solchen Situationen reagieren. Das ist traurig, aber es ist leider wahr.

Also, die Männer haben mein Fahrrad mitgenommen und jetzt habe ich keins. Aber am Leben zu sein ist natürlich am Wichtigsten. Mir selbst ist nichts passiert.

Es ist aber schade, weil ich seit März nur zu Hause bin. Ich fahre an keinen Strand, ich treffe keine Freunde. Alles, was ich mache ist zu Hause bleiben und Deutsch lernen, fernsehen, (Netflix sehen), essen, mit meiner Mutter reden, mit Freunden via WhatsApp schreiben. Sonst bin ich immer mit dem Rad in meinem Viertel rumgefahren, dies kann ich aber jetzt nicht mehr machen.

Ich lasse mich aber nicht unterkriegen. Ich werde Deutsch weiterlernen, damit ich ein höheres Niveau erreiche. Sobald ein Impfstoff für Verfügung steht, habe ich natürlich vor, mich impfen zu lassen. Danach werde ich nach Deutschland fliegen, egal ob ich die C2 Prüfung bestanden habe oder nicht.

Wenn ja, prima! Wenn nicht, kein Problem. Ich werde mir in Deutschland eine Arbeit suchen, werde einen Deutschkurs belegen, damit ich mich auf die C2 Prüfung vorbereiten kann und, irgendwann in der Zukunft, meinen Master beginnen. Menschen können mir mein Handy, mein Fahrrad, mein Geld stehlen, aber nicht meine Träume und meine Zielstrebigkeit!

Über die C2 Püfung 09.09.2020

 Die C2 Prüfung des Goethe-Instituts kostet etwa 130 Euro in Brasilien. In Deutschland kostet die gleiche Prüfung 290 Euro. Also, mehr als das Doppelte. Das liegt daran, dass der Preis je nach Land variiert.

Es wäre sehr gut, wenn ich diese Prüfung in Brasilien ablegen könnte, weil es billiger wäre, als sie in Deutschland abzulegen. Ich weiß aber nicht, wann ich mich bereit fühle, sie abzulegen.

Ich habe vor, nach Deutschland umzuziehen, sobald ich geimpft worden bin. Solange ich mir nicht sicher bin, dass ich mich gut genung auf die Prüfung vorbereitet habe, sollte ich mich wohl nicht dafür anmelden. Hier wäre es zwar billiger, aber, wenn ich dafür bezahle und nicht bestehe, dann wären diese 130 Euro umsonst. (Eine Redensart wäre auch: dann wären diese 130 Euro zum Fenster hinausgeworfenes Geld!)

quinta-feira, 3 de setembro de 2020

Kein Wechselgeld

Kein Wechselgeld und manchmal kein Kleingeld

Wenn du in Brasilien mal nach Brasilien ziehst, würde ich dir empfehlen, alles mit Karte bezahlen. Egal ob du eine Kredit- oder Debitkarte verwendest. Wenn du mit Bargeld etwas kaufst, bekommst du vielleicht das Kleingeld nicht, das man dir geben soll.

Angenommen, du willst etwas kaufen, was 1,99 kostet. Es kann passieren, dass die Person an der Kasse den 1 Cent nicht gibt. Wenn man danach fragt, kann es sein, dass sie sagt, dass sie kein Kleingeld habe. Schon gut, es ist nur 1 Cent – denkst du. Beim nächsten Mal kaufst du etwas, was 3,97 kostet. Vielleicht bekommst du da noch einmal kein Kleingeld. Es ist in Brasilien üblich, Kleingeld, das weniger als 5 Cent ist, nicht herauszugeben. Ich sage nicht, dass es immer passiert. Das kann aber passieren und es ist vielen Menschen egal.

Wenn du aber mal darüber nachdenkst, dass du jeden Tag 4 oder 7 oder 10 Cent verlierst, kannst du dir vorstellen, wie viel Geld du in einem Monate verloren hast?

Das Problem mit Kleingeld existiert in Brasilien. Es gibt manchmal Laden, wo ein Blatt hängt. Dort steht: „Wir haben zurzeit wenige Münzen“ oder „Bezahlen Sie mit Ihren Münzen, bitte. Uns fehlen sie“ oder so was.

Ich weiß nicht, wie es in Deutschland ist. In Japan hatte ich niemals Probleme, um Kleingeld zu bekommen. Ich weiß, dass es in Deutschland üblich ist, mit Bargeld für vieles zu bezahlen. Wie ist es in Deutschland? Gibt es ein Problem mit Kleingeld?

Deshalb bezahle ich immer mit Karte. Egal wie viel das, was ich insgesamt kaufe, kostet, wird von meinem Konto nur der genaue Betrag abgebucht. Ich finde es wunderbar! Das Problem ist, dass ich es zu gewohnt bin. Als ich letzten Oktober in Berlin war, hatte ich Probleme. Mehrmals wollte ich etwas kaufen, aber die Bezahlung mit Karte war nicht möglich.

Es gibt aber auch Probleme mit Geldscheinen. Es kann sehr problematisch werden, wenn man etwas mit einem 100 Real-Schein zahlen will, aber der Preis nicht so hoch ist. Der Verkäufer kann kein Wechselgeld haben! Wenn dein Einkauf 70 oder 80 Real kostet, wird es wahrscheinlich kein Problem sein. Wenn du aber nur 20 oder 30 ausgibt, kann es sein, dass der Verkäufer dir sagt: „Entschuldigung, wir haben kein Wechselgeld“. Vielleicht ist es wahr. Vielleicht hat er aber doch Wechselgeld, will es dir aber nicht geben, sonst wird er danach kein Wechselgeld mehr haben. Kommt das in Deutschland auch vor?