segunda-feira, 31 de maio de 2021

Ich bin in Belgiun ausgeraubt worden

Ich habe einen Deutschkurs im Oktober 2019 in Berlin besucht. Damals hatte ich bereits vor, 2020 nach Deutschland zu ziehen. Ich hatte drei Wochen Urlaub und habe mir gedacht, dass ich diese Zeit nicht nur für eine Reise, sondern auch für etwas Nützliches für die Zukunft nutzen könnte. Ich konnte einen Flug finden, der mit Flugmeilen kostenlos war. Der Flug ging aber São Paulo - London, Paris - São Paulo. Ich wäre gern aus London nach Berlin geflogen, aber dieser Flug war ziemlich teuer. Nun ja, wenn man denkt, dass man aus Brasilien nach London kostenlos geflogen ist, ist alles teuer (lol). Ich wollte nicht so viel Geld ausgeben und habe dann recherchiert, wie käme ich von London nach Berlin , ohne zu viel Geld ausgeben zu müssen. Was mir dann einfiel war die Idee, eine kurze Reise zu unternehmen. Dann wäre es möglich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Ich könnte nach Berlin fahren, ohne viel Geld auszugeben, und gleichzeitig könnte ich neue Städte kennenlernen. Ich war zuvor weder in England noch in Belgien. In den Niederlanden war ich nur in Amsterdam.

Dann bin ich von London mit dem Bus nach Brüssel gefahren, dann nach Antwerpen, von dort nach Rotterdam und dann nach Berlin. Ich habe 3 Nächte in London verbracht, eine in Brüssel, eine in Antwerpen und in Rotterdam habe ich nur einen Tag verbracht. In der Nacht bin ich nach Berlin mit dem Bus gefahren. Ich bin morgens am ZOB angekommen. Die intensiven Deutschkurse waren von Montag bis Freitag, entweder am Vormittag, Nachmittags oder am Abend. Mein Hauptziel war es, so viel wie möglich Deutsch zu lernen. Außerdem war der Preis entweder 200 Euro für 4 Wochen oder 70 Euro für eine Woche. Da ich nur zwei Wochen hatte, müsste ich also 140 Euro für zwei Wochen bezahlen. Wenn ich aber 4 Wochen den Kurs besuchen könnte, wäre der Preis für eine Woche nur 50 Euro. Das ist billiger als 70 Euro pro Woche. Dann habe ich gefragt, ob ich einen Kurs vormittags und einen anderen nachmittags besuchen könnte und dabei 200 Euro für alles bezahle. Im Endeffekt wäre es das Gleiche wie einen Monat, oder? Sie hat es erlaubt und so habe ich es dann auch gemacht. Ich möchte aber über etwas schreiben, was mir in Brüssel passiert ist. Von London dorthin bin ich mit dem Bus gefahren. Ich hatte keine Ahnung, welche Route der Bus nehmen würde. Nun ja, über den Ärmelkanal gibt es nur das Schiff. Wie würde das aber laufen? Müssten alle Passagiere einmal den Bus verlassen, das Schiff nehmen, und dann in Frankreich in einen anderen Bus einsteigen, um die Reise fortzuführen? So hat es sich aber nicht ereignet. Wir sind durch den Eurotunnel gefahren! Ich wusste gar nicht, dass Busse auch den Tunnel benutzen können! Nun ja, sie können, aber auf eine ganz originelle (für mich) Art und Weise: Der Bus fährt durch den Tunnel, aber auf einem großen Zug, der speziell für Busse und große Fahrzeuge gebaut worden ist. Es war sehr komisch! Man kann tatsächlich aus dem Bus aussteigen, um auf Klo zu gehen, zum Beispiel. Der Bus bewegt sich nicht. Was sich bewegt, ist der Zug. Ich denke, dass ich nirgendwo anders solch eine Erfahrung hätte machen können! Ich hatte gedacht, dass der Bus am Morgen in Brüssel ankommen wird. Genauer gesagt hatte ich gedacht, dass es noch hell sein würde. Es war aber noch dunkel. Der Bus hat uns an einem Bahnhof aussteigen lassen. Ich habe mir gedacht, dass es besser wäre, innerhalb des Bahnhofs zu warten. Es gab kostenlos Wi-Fi und ich konnte mir meine E-Mails usw. ansehen. Ich habe dort eine halbe Stunde gewartet, aber es hat noch nicht gedämmert. Ich wusste nicht, um wieviel Uhr es hell werden würde. Mein Hostel war nur 10 Minuten weit entfernt. Ich habe mich dann entschieden, nicht mehr zu warten. Es waren doch nur zehn Minuten zu Fuß! Was könnte dabei schiefgehen? Es ist auf keinen Fall gefährlich! - habe ich gedacht. Damit lag ich aber leider falsch. Ich hatte begonnen, in die Richtung meiner Herberge zu gehen. Ich hatte einen kleinen Koffer und einen Rucksack bei mir. Die Straßen waren fast menschenleer. Es war ungefähr 6 Uhr und alle Läden waren noch zu. Ich hatte mein Handy in meiner Hand und schaute ab und zu darauf, damit ich überprüfen konnte, ob ich in die richtige Richtung gehe. Das war vielleicht mein Fehler. Die Männer, die mir mein Handy geraubt haben, hatten wahrscheinlich von Weitem gesehen, dass jemand mit einem Handy in der Hand umherging. Niemand außer mir war noch da, was bedeutete, dass ich die perfekte, leichte Beute war. An einer Straßenecke der Hauptstraße, auf der ich ging, kamen zwei Männer zu mir und sagten etwas zu mir. Einer war größer als ich und der andere kleiner. Ob das wichtig ist, weiß ich nicht. Nun ja, ich bin einfach weitergegangen, ohne mich umgedreht zu haben. Dann hat einer von ihnen mich auf Englisch gefragt: "Where are you from?" Zuerst einmal: Warum würden zwei fremde Männer um 6 Uhr morgens plötzlich auf der Straße jemanden fragen, woher er kommt? Wenn ich jetzt daran denke, war es offensichtlich etwas Verdächtiges. Aber wenn einem solche Dinge passieren, reagiert man in einem solchen Moment nicht durchdacht. Wenn man so eine Geschichte von jemandem hört, denkt man vielleicht, dass einem so etwas selbst nie passieren kann. Es ist etwas ganz anderes, wenn wir selber betroffen sind, dann verläuft alles nicht so, wie wir erwarten würden. Manchmal geht alles auch zu schnell. Ich war schon weitergelaufen. Warum musste ich mich umdrehen und ihnen antworten? Ich habe es aber getan! Ich habe gesagt, dass ich aus Brasilien komme. Dann hat der Größere gesagt "Brasilien!!!" und er hat mich umarmt, als wären wir Freunde, aber das war keine normale Umarmung. Er hat eines seiner Beine unter meine Beine gestellt und hat eine Bewegung gemacht, als wollte er mich auf den Boden fallen lassen. Gleichzeitig hat er mich festgehalten, damit ich nicht auf den Boden falle. Er hat diese Bewegung ein paarmal wiederholt. Es ist alles sehr schnell gegangen. Ich wusste nicht, wie mir geschah. Es war alles unangenehm und ich habe mir gedacht, dass ich etwas sagen sollte, damit er mit allem aufhört. Ich habe dann gesagt, dass ich einen Freund von mir treffen solle und plötzlich hat er aufgehört und beide sind weggegangen, als wäre nichts passiert. Das Ganze ist mir sehr seltsam vorgekommen und ich wollte einfach weg von diesem Ort. Als ich in meine Jackentasche gegriffen habe, habe ich bemerkt, dass sie leer war. Mein Handy war verschwunden! Ich bin dann in Verzweiflung geraten. Ich wusste, dass es in meiner Jackentasche war! Ich habe noch in meinem Rucksack gesucht, aber es war umsonst. Ich hatte noch nicht verstanden, was wirklich passiert war. Ich habe dann nach den Männern gerufen: Hey! Der Größere ist zurückgekommen und ich habe ihm gesagt: Ich kann mein Handy nicht finden! Er hat zu mir gesagt: Du bist verrückt! Natürlich alles auf Englisch. Ich kann niemandem sehr gut erklären, was ich mir dann gedacht habe. Warum würde jemand in meiner Lage nach diesen Männern rufen? Dann wurde mir klar, dass sie mein Handy gestohlen hatten. Eine andere Erklärung für das Ganze gab es nicht. Dann habe ich mir gedacht, dass ich dringend weg von diesem Ort musste. Das habe ich auch gemacht. Ich konnte hören, wie er mir "Warte mal" nachgerufen hat, aber ich bin nicht zurückgegangen. Ich bin schnell gegangen, bis ich ein Hotel gefunden habe. Es war kein großes Hotel und die Tür war zu, aber der Mann am Empfang hat mich gesehen und ist gekommen, um mir die Tür zu öffnen. Ich habe ihm alles erklärt und ihn gefragt, ob ich da drinnen ein bisschen warten könne. Er hat zugestimmt. Ich hatte Angst, nicht nur wegen allem, was passiert war, sondern auch, weil das Display meines Handys zerstört war. Vielleicht waren die zwei Männer wütend auf mich und sie wollten mich noch einmal treffen, damit sie von mir etwas anderes stehlen könnten. Ich hatte meinen Reisepass und 500 Euro bei mir in meinem Rucksack! Das war nicht schlau, ich weiß. Nächstes Mal werde ich nicht so viel Bargeld bei mir haben. Ich werde eine Firma bzw. eine Bank benutzen, damit ich das Geld erst im Ausland abheben kann. Ich erinnere mich, wie ein Freund von mir zu mir gesagt hat, dass ich mein Handy reparieren lassen solle. Das Glas des Displays war zerbrochen, aber ich konnte trotzdem alles lesen. Es war zwar unangenehm, das Handy so zu benutzen, aber ich möchte mein Handy wenigstens zwei Jahre nutzen, bevor ich mir ein neues kaufe. Bis dahin hätte ich noch sechs Monate warten müssen. Manche Menschen würden mich geizig nennen, aber mir fehlen die Worte, um auszudrücken, wie ich teilweise glücklich bzw. erleichtert war, dass ich das Handy weder habe reparieren lassen, noch ein neues gekauft habe. Wenn ich es gemacht hätte, hätten diese Diebe ein nagelneues Handy bekommen. Nun ja, Glück im Unglück, kann man sagen. Ich war trotzdem extrem schockiert, traurig und verängstigt. Es war mein Handy, egal mit kaputtem Display oder nicht. Ich hatte viele Fotos, Chats und wichtige Infos darauf gespeichert, ganz zu schweigen von der Angst, dass sie meine Konten auf Facebook oder Instagram ruinieren könnten oder sogar meine Bankapps benutzen könnten, um irgendwie mein Geld zu stehlen. Der größte Fehler war, dass ich das Handy nicht mit einem Passwort gesichert hatte. Das heißt, dass sie Zugriff auf alle Infos hatten. Ich habe den Angestellten dieses Hotels gefragt, ob er mir den Passwort für das W-LAN geben könnte, damit ich meinen iPod benutzen könnte, um die Passwörter für Facebook, Gmail u.s.w. zu ändern. Er hat es mir gegeben, aber es hat nicht geklappt. Es war ein kleines Hotel und es gab keinen anderen dort im Erdgeschoss außer ihm und mir. Nun ja, es war sehr früh und noch dunkel. Alle Gäste schliefen sicher noch. Ich weiß nicht mehr, wie lange ich dort gewartet habe. Es ist aber zu einem Punkt gekommen, in dem ein anderer Angestellte gekommen ist. Er war die Ablösung. Sie haben über mich auf Französisch gesprochen. Sie wussten nicht, dass ich ein bisschen Französisch verstehen kann. Nun ja, sie haben nichts Schlimmes über mich gesagt. Der erste Angestellte hat dem anderen das Ganze erzählt. Sie haben Späße darüber gemacht, dass ich schon lange dort sitze und einer hat dem anderen gesagt, dass es kein Problem sei, dass ich so lange dort warte, wenn ich mir ein Zimmer buche. Natürlich war das nur Spaß. Der erste Angestellte hat das Hotel verlassen und ich habe nach einer Weile den anderen gefragt, ob er ein Taxi für mich rufen könnte. Er hat mich gefragt, wo mein Hostel liegt. Als er die Adresse gesehen hat, hat er mir gesagt, dass kein Taxifahrer mich dorthin fahren würde, weil es zu nah sei. Er hat mir auch gesagt, dass es nicht mehr gefährlich sei. Die Männer sollten schon sehr weit weg sein und es sei schon hell. Das war wahr. Ich konnte mehr Menschen und Autos auf der Straße sehen. Ich habe mich dann bei ihm bedankt und bin zu meinem Hostel gegangen.